Von der Idee zum Unternehmen – Gründung einer Graffiti-Agentur
1. Idee und Zielsetzung
Im Rahmen der zweisemestrigen Lehrveranstaltung „Projekt-Modul“ an der HTW Berlin entwickeln und gründen die Studierenden gemeinsam ein Unternehmen. Ziel ist es, Entrepreneurship und Unternehmensführung nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern den gesamten Gründungsprozess möglichstrealitätsnah zu durchlaufen.
Als gemeinsames Geschäftsmodell dient eine Graffiti-Agentur, die professionelle Graffiti-, Street-Art- und Wandgestaltungsprojekte für Unternehmen, Immobilienwirtschaft, öffentliche Einrichtungen, Gastronomie und Veranstalter konzipiert und umsetzt. Die Agentur bildet dabei die Schnittstelle zwischen Auftraggebern und professionellen Künstler.
Ein wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells ist eine partnerschaftliche und wertschätzende Zusammenarbeit mit den Künstler. Sie werden nicht lediglich als ausführende Dienstleister verstanden, sondern als kreative Partner, die angemessen vergütet werden und am wirtschaftlichen Erfolg der gemeinsam realisierten Projekte partizipieren sollen.
Der Leitgedanke des Lehrprojektes lautet:
Nicht über Gründung sprechen – gründen.
Die Lehrveranstaltung wird damit zu einem Entrepreneurship-Reallabor, in dem die Studierenden unternehmerische Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen, Annahmen am Markt überprüfen und im Idealfall erste reale Kund und Umsätze gewinnen.
2. Geschäftsidee und Geschäftsmodell
Die Graffiti-Agentur vermittelt und realisiert professionelle Graffiti- und Street-Art-Projekte. Mögliche Leistungen sind Wand- und Fassadengestaltungen, Büro- und Gewerbeflächen, Live-Paintings, Event-Graffiti, Workshops und Teambuilding-Angebote sowie temporäre Gestaltungen für Veranstaltungen, Messen und Marketingaktionen.
Die Agentur versteht sich dabei als Bindeglied zwischen Wirtschaft und urbaner Kunst. Für Auftraggeber bietet sie Beratung, Künstler, Konzeption, Kalkulation, Projektmanagement und Qualitätssicherung. Künstler profitieren von professioneller Vermarktung, neuen Aufträgen und Zielgruppen sowie der Übernahme administrativer und organisatorischer Aufgaben.
Gemeinsam mit den Studierenden soll hierfür ein faires und transparentes Beteiligungsmodell entwickelt werden. Neben einer angemessenen Grundvergütung können Künstler beispielsweise prozentual am Projekterfolg beteiligt werden. Auch Urheber- und Nutzungsrechte, Sichtbarkeit und Namensnennung sowie die Verwendung der Arbeiten für weitere kommerzielle Zwecke werden transparent geregelt.
Damit wird die Frage nach Fairness, Wertschöpfung und Teilhabe selbst zu einem Bestandteil der Geschäftsmodellentwicklung.
